Architecture Exhibitions International

Deutsches Architekturmuseum DAM Frankfurt/Main

Frau Architekt
Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf

Sep 30, 2017–Mar 8, 2018
DAM, Frankfurter Küche \\ © Uwe Dettmar

Die Architektur war lange Zeit eine Männerdomäne. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden an Deutschlands Hochschulen erstmals Architektinnen ausgebildet. Gegenwärtig sind weniger als ein Drittel der Architekten Frauen, aber möglicherweise könnten es im Jahr 2020 schon über die Hälfte sein, denn momentan studieren mehr Frauen als Männer an den Architekturhochschulen. Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt wird dieser  Entwicklung mit einer Ausstellung und einem großen internationalen Symposium Rechnung tragen.

In der Schau "Frau_Architekt" werden Architektinnen wie Emilie Winkelmann, Lilly Reich, Karola Bloch oder Sigrid Kressmann-Zschach-Losito porträtiert. Anhand ihrer Biografien werden historische Entwicklungen sichtbar gemacht und erläutert. So gilt Winkelmann, die 1907 ihr eigenes Büro eröffnete, als erste selbständige Architektin in Deutschland. Karola Bloch, die Frau des Philosophen Ernst Bloch, war im Exil Architektin und ernährte so ihre Familie während deren Aufenthalts in den USA. Später ging die bekennende Kommunistin nach Leipzig in die DDR und war als Architektin tätig, bevor sie 1961 in die BRD übersiedelte. Sigrid Kressmann-Zschach-Losito galt als Star-Architektin im Westberlin der 1960er Jahre, sie hatte 300 Mitarbeiter und realisierte Großprojekte wie den Steglitzer Kreisel in Berlin. Lotte Cohn, die in Berlin an der Technischen Hochschule Architektur studiert hatte, ging als erste freie Architektin nach Palästina/Israel.

Eine begleitende Konferenz gibt Einblicke in den Stand der internationalen Forschung im Kontext von Emanzipation und Frauenbewegung im 20. Jahrhundert. Gleichzeitig möchte sie die Gegenwart beleuchten und Szenarien für die Zukunft entwickeln. Ein Katalog dokumentiert die Forschungsergebnisse.