Architecture Exhibitions International

Ephraim-Palais Berlin

Schloss Stadt Berlin
Die Residenz rückt in die Mitte (1650 – 1800)

Nov 25, 2016–Apr 22, 2017
Das Berliner Schloss um 1690, unbekannter Künstler © Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Oliver Ziebe

Jahrhundertelang prägte das Berliner Schloss die Stadt. Nach schweren Kriegsschäden im Auftrag der DDR-Machthaber gesprengt, entsteht es nun als Humboldt Forum in zeitgemäßer Funktion neu. Städtischer Mittelpunkt war das Schloss aber nicht von Anfang an. Erst der Große Kurfürst und die preußischen Könige rückten es durch den nach Westen gerichteten Ausbau ihrer Landeshauptstadt vom Rand in die Mitte.

Die Sonderausstellung im Ephraim-Palais widmet sich auf drei Etagen dem Berliner Schloss und seiner Bedeutung für die Stadt und ihre Bewohner.  Zeitgenössische Grafiken, Gemälde und Pläne zeigen, wie es zum städtebaulichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum wurde. Fragmente des zerstörten Schlosses aus der Sammlung des Stadtmuseums Berlin erinnern an die verlorene Pracht des barocken Repräsentationsbauwerks, mit dem der erste Preußenkönig seinen Anspruch auf die Krone untermauerte.

Nach den Erfahrungen aus dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg ließ der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Berlin ab 1650 zur Festung ausbauen. Nach der Königskrönung seines Sohnes Friedrich I. im Jahr 1701 entwickelte sich die Residenzstadt zum politischen Zentrum des jetzt Preußen genannten Staates und das Schloss zum Repräsentationsobjekt der aufstrebenden Monarchie. So wurde es in den folgenden hundert Jahren zum bestimmenden Bezugspunkt für die Stadtplaner, für die Architekten und für die Berliner Bürger.

Großformatige Stadtmodelle in der Ausstellung sowie eine mediale Präsentation im Museumslabor vermitteln anschaulich das schnelle Wachstum der Stadt, dem nicht zuletzt gezielt angeworbene Zuwanderer Impulse gaben. Objekte aus der Zeit von 1650 bis 1800 erzählen vom Leben der Menschen in dieser Epoche, die für Berlin einmal mehr eine Zeit des Auf- und Umbruchs war. Hier lernen wir nicht nur die Herrscher und die Hofgesellschaft, sondern auch Handwerker, Baumeister und Unternehmer kennen, Einheimische und Zugereiste, die den Wandel mitgestalteten.