Richard Thieler. Kinoarchitekturen

Adresse
Goebelstraße 2, 13627 Berlin Map
Öffnungszeiten
Sa–So 10–18 Uhr

Die Gegenwart ist das Symptom der doppelten Geburt von Dringlichkeit und Aussterben. Heute sind wir gleichermaßen der Nostalgie und dem Futurismus verpflichtet.
Luke Turner, Metamodernistisches Manifest, Nr. 6, 2011

Die Ausstellung KINOARCHITEKTUREN BERLIN erzählt von der Dringlichkeit und der Wahrscheinlichkeit, vom Aufbruch eine utopische Welt zu schaffen, vom Westberliner Wirtschaftswachstum und vor allem vom Heute. Das Kino und seine Verortung im Stadtraum hatte schon von seinem Beginn an soziokulturelle Dimensionen. Seine Schließung durch die beiden angeordneten Lockdowns 2020 aufgrund der Covid-19 Pandemie hatte und hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Stadtraum und auf die Gesellschaft.

Der Künstler Richard Thieler beleuchtet mit seinen aktuellen Fotografien den Ist-Zustand der Berliner Kinolandschaft und stellt sie früheren Aufnahmen sowie einem Lichtspielhaus Entwurf von Hans Scharoun gegenüber. Thieler erforscht die architektonische Hülle, fragt, für was sie stand und was augenblicklich mit ihr geschieht. Seine Fotografien halten die derzeitige Ersatzkommunikation der Kinobetreiber*innen fest, sie zeigen den festen Willen dem Verwaisen des Stadtraums entgegen zu treten und das kulturellen und politische Leben aktiv weiter zu gestalten. Und so stellt die Ausstellung auch die Frage: Wieviel engagierte Krisenbewältigung und pragmatischer Idealismus sind während einer Pandemie nötig, um ein weiteres große Kinosterben zu verhindern?

Bewusst setzt die Ausstellung KINOARCHITEKTUREN BERLIN von Richard Thieler dem Stillstand der 71. Berlinale in diesem Februar einen Kontrapunkt entgegen.

Die Ausstellung wurde von Sigrid Melchior kuratiert.