Architecture Exhibitions International

Deutsches Architekturmuseum DAM Frankfurt/Main

Zur Zukunft der städtischen Bühnen

Jun 20–Sep 6, 2020
Foto: @ Moritz Bernoully

Mehr als 50 Jahre nach der Eröffnung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz steht die Stadt Frankfurt vor der Frage: Wie geht es weiter mit den Städtischen Bühnen?

Sowohl eine umfassende Machbarkeitsstudie von 2017 als auch eine neuerliche Untersuchung von 2019 zu Sanierungsmöglichkeiten ergaben, dass eine Sanierung des hochkomplexen Gebäudeensembles mindestens rund 850 Millionen Euro kosten würde, ohne die bestehenden funktionalen Mängel beheben zu können.

Im Januar 2020 entschied sich das Frankfurter Stadtparlament für einen Neubau des Hauses.

Zur Diskussion stehen damit die Fragen, ob alle Funktionen unter einem Dach realisierbar sind oder die Errichtung von zwei eigenständigen Häusern sinnvoll ist – welches sind mögliche, geeignete Standorte für Oper und Schauspiel?

Die Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“ hat unterdessen verschiedene Standorte untersucht. Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung, die im Auftrag des Dezernats für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt von PFP PLANUNGS GmbH sowie gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner erarbeitet wurden, liegen nun vor und werden im Deutschen Architekturmuseum (DAM) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Folgende Varianten wurden untersucht:

Neubau der Oper am Willy-Brandt-Platz mit Neubau des Schauspiels in den Wallanlagen gegenüber
Neubau des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz mit Neubau der Oper auf dem Areal Neue Mainzer Straße 47-51
Neubau des Schauspiels am Opernplatz 2, gegenüber der Alten Oper, und Neubau der Oper am Willy-Brandt-Platz
Neubau einer Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz
Ein weiterer Standort für eine Komplettverlagerung wird derzeit nachgeprüft.

Auf der Basis dieser Untersuchungen entwickelten die Architekten für einige Varianten erste Visionen, die auch die stadträumliche Wirkung in den Blick nehmen: Der Willy-Brandt-Platz wird besser zugänglich und als öffentlicher Raum erlebbar; die Wallanlagen werden durch erweiterte Funktionen in das Stadtleben integriert und vielfältiger nutzbar. Das Kulturangebot der Dependancen des Museums für Moderne Kunst (MMK Tower) und des Weltkulturen Museums wird in einen neuen, größeren Zusammenhang gestellt, die Grünanlagen erhalten eine verbindende Funktion als „Kulturmeile“ zwischen Jüdischem Museum und Alter Oper.

Im nun anstehenden nächsten Schritt werden auch die Anforderungen an die Bühnen definiert: Welche Nutzungen sind neben dem klassischen Schauspiel und der Oper möglich und wünschenswert, um die Gebäude auch außerhalb der Aufführungszeiten zu öffnen und zu beleben? Was bedeutet das für den Stadtraum? Welche Bühnenformen brauchen wir für zukünftige Aufführungen?

Diese Fragen sollen u.a. auch in öffentlichen Veranstaltungen diskutiert werden.

Eine gesonderte Ausstellungseröffnung wird es nicht geben.