Apr 16–May 21, 2016

Philipp Schaerer

Address
Bernerstrasse Nord 180, 08064 Zürich Map
Hours
Fri 2–6 pm, Sat 12 am–5 pm

Philipp Schaerer arbeitet mit der freien Anwendung digitaler Bildverfahren. In seinen Arbeiten ist Täuschung ein zentrales Thema. Es sind konstruierte Bildwelten, die mit Referenzen, Verweisen und Vorbildern arbeiten und das zunehmende Verwischen der Grenze zwischen der digitalen Bilder- und der materiellen Objektwelt thematisieren. Schaerers Hauptaugenmerk gilt der Generierung und Verarbeitung von Bilddaten. In diesem Arbeitsfeld bedient er sich eines breiten Repertoires an digitalen Abbildungstechniken und Bildstrategien. Sei es durch das Schaffen abstrakter Bildkompositionen, die mit dem Zusammenschnitt von digitalen Bildbausteinen und Komponenten aus 3D-Modellbibliotheken operiert. Oder sei es mit der Konstruktion fotografischer Abbildungen, die von Grund auf mittels Bildmontage oder Bildsynthese (Rendering) neu konzipiert worden sind. Seine Arbeiten bedienen sich meist der angebotenen Freiheit flächiger Abbildungsmethoden; es sind Bildkonstruktionen die ihrer eigenen Logik folgen. Bildkonstruktionen, die mal vordergründig den optischen Regeln der Fotografie folgen, sich dann aber verweigern – eine abstrakte Zweidimensionalität hervorkehren oder sich über die realen innewohnenden, wechselwirkenden, physikalischen Gesetze der fotografisch abgebildeten Objekte hinwegsetzen. Seine oft in Serien verfassten Arbeiten, wie auch das isolierte Abbilden von fiktiven Einzelobjekten über eine grössere Bildfolge spielen bewusst mit den Methoden der enzyklopädischen Erfassung der Wirklichkeit und der objektbezogenen typologischen Fotografie. Die Parallelen sind jedoch nur formaler Natur. Sie stellen vielmehr unsere Wahrnehmung auf die Probe, führen unsere eigene Unsicherheit und Unschärfe bezüglich der Unterscheidung zwischen Bild und Abbild vor Augen und machen uns die zunehmende Verwischung ihrer Grenzen in unserer Gegenwart bewusst. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Philipp Schaerers Arbeiten. Gezeigt werden nebst den bekannteren objektabbildenden Bildserien auch abstraktere Arbeiten, die einerseits direkt mit der Generierung und Verarbeitung von Bilddaten zu tun haben, wie auch Arbeiten, welche die Auseinandersetzung zwischen Oberfläche, Körper und Bildraum unter Einbezug von neueren bildgebenden Verfahren sucht.