Architecture Exhibitions International

UAA Ungers Archiv für Architekturwissenschaft Cologne

O. M. Ungers
Programmatische Projekte

Sep 1–Sep 27, 2019
© Tomas Riehle

Um 1965 entwirft Oswald Mathias Ungers (1926 – 2007) eine Reihe von Wettbewerbsprojekten mit stark programmatischem Charakter: das Studentenwohnheim Enschede 1964, die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl Rom 1965 und das Museum Preußischer Kulturbesitz Berlin 1965.

Es sind Projekte, die auf präzise und bewusste Art und Weise das konzeptuelle Wesen der architektonischen Form untersuchen, das Wesen der Form als Veranschaulichung einer Idee. Paradigmatisch werden dabei morphologische Grundkonzepte herausgearbeitet und weiterentwickelt, Themen wie Transformation oder Assemblage. Entgegen den Prinzipien des reduktiven Funktionalismus dieser Jahre unterstreichen sie mit ihrer Bezugnahme auf Ort und Geschichte und mit ihrer rationalen Poesie die Autonomie der Architektur und die Bedeutung der Form. Sie kündigen damit einige wesentliche Fragestellungen der Architekturdebatte der folgenden Jahre an: Fragestellungen, die beispielsweise die Schlüsseltexte von Robert Venturi und Aldo Rossi aus dem Jahr 1966 charakterisieren.

Die Ausstellung wurde von Stefan Vieths konzipiert. Sie ist – nach der Ausstellung Erste Häuser – die zweite von drei geplanten Ausstellungen, die sich dem architektonischen Werk von O.M. Ungers widmet. Die Ausstellung entstand in einer Kooperation des UAA Ungers Archiv für Architekturwissenschaft, Köln, der Politecnico di Milano und des Architekturmuseums der TU Berlin.