18.2.–10.4.2021

Léa Namer

Chacarita Moderna
Adresse
Münstergasse 4, 03011 Bern Map
Öffnungszeiten
Do 17–20 Uhr Sa 9–14 Uhr

Wir freuen uns trotz Lockdown die Ausstellung «Chacarita Moderna» zu eröffnen. Durch die Schaufenster können Sie im Raum des Bestatters eine Videoprojektion sehen, die Léa Namers Fotografien, Filme und Gespräche mit Friedhofspflegern zeigt – Materialien, die sich zu einem stimmungsvollen Porträt von «Chacarita Moderna» verdichten. Parallel vermitteln wir die Ausstellung auf unserem Instagram-Kanal. Spazieren Sie vorbei, schauen Sie rein, scrollen Sie durch! Wir freuen uns auf Sie.

Im Sommer 2020 starteten wir das Programm im Raum des Bestatters mit einem Friedhofspaziergang im Schosshaldenfriedhof in Bern. Mit der letzten Ausstellung unserer Zwischennutzung kehren wir zum Friedhof zurück und untersuchen ihn als städtischen Freiraum. Wir schauen dazu nach Buenos Aires: Im heutigen Zentrum der argentinischen Metropole liegt Chacarita, einer der grössten Friedhöfe weltweit.  Sein Herzstück bildet die Friedhofserweiterung der argentinischen Architektin Ítala Fulvia Villa (1913–1991), die sie in den 1950er Jahren im Rahmen ihrer Tätigkeit für das Baudepartement der Stadt plante und entwarf. Ítala Fulvia Villa verlegte die Gräber in den Untergrund und gestaltete in Anlehnung an die römischen Katakomben ein Pantéon Subterráneo, eine zweigeschossige unterirdische Nekropole, die Platz für mehr als 100’000 Grabnischen bietet. Auf Erdniveau entstand dadurch eine 95 Hektar grosse Parkfläche.

Die modernistische und brutalistische Architektur, die Typologie der unterirdischen Totenstadt und die städtebaulichen Beziehungen faszinieren noch heute junge Architektinnen und Architekten. So auch die junge französische Architektin Léa Namer (*1989), als sie den Ort im Rahmen eines Aufenthalts in Buenos Aires entdeckte. Gleichzeitig fragte sie sich, warum das Bauwerk mit dem Park und die Architektin so wenig rezipiert werden. Daraus initiierte sie ihr persönliches Rechercheprojekt «Chacarita Moderna». Sie fotografierte, filmte, forschte in Archiven und führte Gespräche. Derzeit arbeitet sie in ihrem Atelier in Paris an Maquetten verschiedener Betonstrukturen, wie sie im «Sexto Panteón» zu finden sind und die seinen grossen Formenreichtum ausmachen. Die Ausstellung hätte in der Alliance Française in Buenos Aires gezeigt werden sollen, wurde jedoch aufgrund Covid-19 geschlossen. Wir haben Léa Namer eingeladen, die Ausstellung in adaptierter Form in Bern zu zeigen.