Temporär
Im Zentrum stehen Strukturen, die einen wesentlichen, aber meist übersehenen Teil unserer urbanen Infrastruktur bilden. Diese temporäre Schicht hält unzählige Prozesse in der Stadt am Laufen: vom Bauen und Abtragen über Instandhaltung und Orientierung bis zu Schutz und Sicherheit. Als vorübergehend „abgestempelt“, verschmelzen solche Bauten mit ihrer Umgebung und bleiben häufig unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Die Ausstellung macht diesen notwendigen Hintergrund sichtbar und rückt ihn in den Fokus.
Was können wir von temporären Strukturen lernen? Konventionelle Bauweisen sind oft zu langsam und zu unflexibel, um auf wechselnde Herausforderungen – sozialer, wirtschaftlicher, politischer, ökologischer, technologischer und klimatischer Art – angemessen zu reagieren. Temporäre Bauten entstehen aus konkretem Bedarf. Sie sind zweckmäßig, schnell verfügbar und so konzipiert, dass sie sich leicht montieren, anpassen und wieder abbauen lassen. Gerade darin liegt ihre Qualität: Sie reagieren unmittelbar auf Veränderung und zeigen, was in einer bestimmten Situation wirklich gebraucht wird. Als Momentaufnahmen der Realität sind sie direkte Spiegel gesellschaftlicher Anforderungen – und ein Labor für eine Architektur, die mit Ressourcen, Zeit und Bedingungen neu umzugehen lernt.
Eröffnung: 04.11.2026, 19 Uhr
