22.8.2021–31.12.2022

Die Neue Nationalgalerie

Ihr Architekt und ihre Baugeschichte
Adresse
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin Map
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 10—18 Do 10—20 Sa, So 11—18

Zur Wiedereröffnung widmet sich ein eigener Ausstellungsbereich der Baugeschichte der Neuen Nationalgalerie und dem Wirken ihres Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Die beiden Schwerpunkte bilden dabei die Bauzeit (1965–1968) und die Grundinstandsetzung durch David Chipperfield Architects in den letzten sechs Jahren (2015–2021). Ausgewählte Kunstwerke aus der Sammlung der Nationalgalerie mit Bezug zur Architektur des Museums ergänzen die dokumentarische Ausstellung. Neben Werken von Josef Albers und Isa Genzken sind jüngste Arbeiten von Michael Wesely und Veronika Kellndorfer zu sehen, die sich mit der Sanierung befassen.

Architekt Ludwig Mies van der Rohe
Die Neue Nationalgalerie gilt als ein Hauptwerk der westlichen Architektur des 20. Jahrhunderts. Innerhalb der Ausstellung wird der Museumsbau in das Gesamtwerk Ludwig Mies van der Rohes (1886–1969) eingeordnet. Seine Entwurfs- und Bautätigkeit kreiste lebenslang um sehr ähnliche Themen. Seit den 1920er-Jahren verfolgte er ein radikales Entwurfsprinzip: einen möglichst stützenfreien, offenen Raum zu schaffen, bei dem Innen und Außen ineinander übergehen. Würde und ein Streben nach Vollkommenheit kennzeichnen seine Bauten. Hinzu kommen Klarheit und Reduktion bei gleichzeitig hochwertiger Ausstattung und oftmals sichtbar inszenierter Konstruktion.

Baugeschichte der Neuen Nationalgalerie
Die Ausstellung im nördlichen Bereich des Untergeschosses, hinter der Garderobe, zeigt die typologische Reihe von Bauten, die Mies während seiner Berliner Schaffenszeit (1906–1938) und nach seiner Emigration in die USA in den 1950er-Jahren entwarf und die den Weg für sein letztes Werk ebneten: die Neue Nationalgalerie. Neben den Original-Grundrisszeichnungen vom Ober- und Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie und Collagen zur Veranschaulichung des architektonischen Konzepts wird auch das große Entwurfsmodell von 1968 ausgestellt. Außerdem lässt ein kurzer Videoclip mit historischen Fotos von der Bauzeit und der Eröffnung, unterlegt mit Mies-Originaltönen, die Geschichte des Hauses lebendig werden.

Sanierung: So viel Mies wie möglich
Original-Möbel wie ein seit 1968 im Museum genutzter „Barcelona-Chair“ und ein Beistelltisch aus Glas verdeutlichen Mies’ umfassenden Gestaltungsanspruch und zugleich die Zeitgebundenheit des Baus. Diese Charakteristika des Museums betonte die Generalinstandsetzung durch David Chipperfield Architects, die unter dem Motto stand: „As much Mies as possible / So viel Mies wie möglich“. Wie sehr die Sanierung jedes Baudetail erfasste, zeigen Fotos und Original-Musterstücke wie eine Bodenfliese, ein Deckenelement und eine Leuchte.