Stock
Seit etwa zwanzig Jahren erleben wir eine massive Zunahme gigantischer Gebäude, deren einzige Funktion darin besteht, Dinge zu lagern. Dabei handelt es sich um Logistiklager, Rechenzentren und Selbstlagerhäuser. Bezogen auf die Zahl der Menschen auf der Erde war der kumulierte Vorrat an Lebensmitteln, Daten und Gegenständen, die darin gelagert werden, in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute.
Wie können wir aufhören, nur noch aus der Ferne zu stapeln, und wieder zu bewahren?
Die Ausstellung „Stock, Architekturen des Überlebens und der Weitergabe“ betrachtet das Lagern als entscheidendes Element für unsere Fähigkeit, Versorgungskrisen zu bewältigen und die Weitergabe zu organisieren. Als Plädoyer für eine Neugestaltung des Lagerns regt sie dazu an, bereits gewonnene Materialien zu lagern und zu verarbeiten, anstatt sie jeden Tag neu zu produzieren.
Die Ausstellung bietet anhand von Karten, Kennzahlen und Videoinstallationen einen Überblick über zeitgenössische Lagerhäuser. Anhand einer Auswahl von 18 Architekturtypen – dargestellt in Form von Modellen – beleuchtet die Ausstellung jene architektonischen Formen, die in der Vergangenheit dazu dienten, Vorräte zu lagern, weiterzugeben und zu ritualisieren. Eine Auswahl vielfältiger Dokumente (Pläne, Fotos, Archivmaterial…) und gefilmter Experteninterviews ermöglicht es, zeitgenössische architektonische Ansätze und Projekte zu erkunden, die das Lager wieder in den Mittelpunkt der Städte und Debatten rücken.
Eröffnung: 15.04.2026 18 Uhr
