23.6.–14.7.2023

Die ganze Stadt

Hamburger Wettbewerbe und Verfahren 2017-2023
Adresse
Petersenkai, 20457 Hamburg

Häuser und Straßen, Parks und Schulen, Plätze, Quartiere und neue Grünbereiche: Stadtplaner:innen, Architekt:innen, Landschaftsplaner:innen und Bauherr:innen prägen den Stadtraum mit ihren Entwürfen und Realisierungen maßgeblich. Sie liefern kontinuierlich Ideen dafür, wie wir in Zukunft zusammenleben. Um sich in die Entwicklung der Stadt aktiv einzubringen, initiiert, veranstaltet und begleitet Hamburg jährlich rund 40 Wettbewerbe und Planungsverfahren. Diese sind ein wichtiges Instrument für eine ganzheitliche, qualifizierte und konstruktive Entwicklung unserer Stadt. Meist sind zahlreiche Menschen an Vorbereitung und Umsetzung dieser Verfahren beteiligt: Sachverständige, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Behörden und Kammern, Bauherrinnen und Bauherren, Bürgerinnen und Bürger – und allen voran zahlreiche Planerinnen und Planer. Aber: The Winner Takes It All. Denn in der Regel kann immer nur ein Entwurf umgesetzt werden.

Darum macht die Ausstellung Die ganze Stadt die kreativen Impulse, die in jede Entwurfsaufgabe und damit in den Diskurs getragen werden, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Denn alle Einreichungen sind reich an Ideen und Lösungen – und jeder einzelne Beitrag ein gedanklicher Baustein in der künftigen Entwicklung der Stadt.

Gestaltet und kuratiert von KAWAHARA KRAUSE ARCHITECTS und dem Architekturkritiker Kaye Geipel wird Die ganze Stadt als begehbare Installation die Fülle an Ideen zeigen und auf mehreren Ebenen erfahrbar machen. Dafür ließen sie sich von dem wichtigsten Werkzeug der Architektur inspirieren: Dem gedruckten Plan. Als schwebendes Archiv werden rund 6.000 Pläne mit den Beiträgen aus über 170 Verfahren den Schuppen 29 füllen. Dafür hat das kuratorische Team gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und einem unabhängigen Begleitgremium hunderte Verfahren aus den Jahren 2017 bis 2023 gesichtet, katalogisiert und grafisch systematisiert.

Die Entwürfe können bezirksweise durchschritten werden. Sieben farblich kodierte Themeninseln innerhalb der Installation stellen außerdem einzelne Beiträge vertieft vor: Beim Thema Wohnen etwa steht das städtebauliche und architektonische Konzeptfindungsverfahren „Wohnen – und was noch?“ für eine Revitalisierung der genossenschaftlichen Siedlungsbestände der 1950er bis 70er Jahre. Infrastruktur präsentiert Ideen für den Hauptbahnhof sowie den neuen Fernbahnhof in Diebsteich. Die Themeninsel Büro, Gewerbe stellt Arbeitsorte von morgen vor, wie etwa die Erweiterung des Innovationsquartiers Hammerbrooklyn. Brandaktuell widmet sich die Insel Umbau, Re-Use Projekten wie dem Gröninger Hof oder dem Postbank Areal in der City Nord, die zeigen, dass der Erhalt des Bestands oft die nachhaltigste Lösung ist. Das Thema Grün- und Freiräume stellt neben der Landschaftsachse Bahrenfeld die Projekte Hopfenmarkt und Burchardplatz vor, die das Zusammenspiel von bestehenden Strukturen und grünen Zwischenräumen fokussieren. Kultur, Bildung, Sport widmet sich mit Beispielen wie dem Schulcampus Struenseestraße oder dem Quartiersporthaus in Wilhelmsburg den Kulturbauten des alltäglichen Lebens. Im Bereich Stadtplanung finden sich die neuen Stadtteil Oberbillwerder und Grasbrook sowie die Planung für die Horner Geest wieder.