Architektur für Stühle - WerkStattMuseum Rabenau

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Schloßstraße 2, 01067 Dresden Map
Hours
Tue–Sat 1–6 pm

Eine Ausstellung des Lehrstuhls Öffentliche Bauten, Fakultät Architektur an der Technischen Universität Dresden

Wie können wir heute die Tradition des Handwerks mit seiner immer unsicherer werdenden Zukunft verbinden? Welche architektonischen Strategien können wir anwenden, um die kulturelle Identität des ländlichen Raumes zu stärken und an einer Vision für die Zukunft mitzuwirken?

Siebzehn Studentinnen und Studenten der Fakultät Architektur der TU Dresden haben sich im Wintersemester 2019/2020 im Rahmen einer akademischen Aufgabenstellung am Lehrstuhl Öffentliche Bauten dieser Fragestellung gewidmet. Gegenstand der Auseinandersetzung war die osterzgebirgische Kleinstadt Rabenau, die auf die lange und noch lebendige Handwerkskultur des Stuhlbaus zurückblickt. Mit dem Entwurf eines neuen Museums für dieses grundlegende Kulturgut und regionales Identifikationsmoment galt es, einen angemessenen Ort der Präsentation der umfangreichen historischen Stuhlsammlung zu entwickeln. Zudem sollte die Museumskonzeption durch Ausstellungsräume für den wertvollen, derzeit unzugänglichen Sitzmöbel-Depotbestand des Kunstgewerbemuseums der SKD und ein Fotoarchiv zur DDR-Möbelindustrie erweitert werden. Ergänzt wurde das Programm um ein sogenanntes «WerkStattHaus», in dem Handwerksbetriebe der Region ihre aktuellen Produkte und Projekte präsentieren können. Die angegliederten Show- und Lehrwerkstätten sollen Einwohner und Besucher aktiv an die Handwerkstradition und deren Bedeutung heranführen und über die Veranstaltung gemeinsamer Workshops oder Seminare eine Verbindung mit zeitgenössischem, innovativem Produktdesign herstellen.

Ein wichtiger Entwurfsschwerpunkt war das sorgfältige Arbeiten mit dem Material Holz. Gefragt war letztlich ein materialgerecht entwickeltes, zeitgemäßes Bauwerk mit einem unverwechselbaren architektonischen Ausdruck, das angemessene Strategien zur Stärkung der kulturellen Identität des Ortes anbietet.

Text Dr. Ing. Henrike Schoper